Runder Tisch im Landtag zur Müttergenesung in Bayern


Am 24. Oktober hatte Frau Barbara Stamm - zu dem Zeitpunkt noch Präsidentin des Bayerischen Landtags und - Schirmfrau des Landesausschuss für Müttergenesung in Bayern (LAB) zu einem Runden Tisch in den Landtag eingeladen. Der Termin fand auf Initiative des LAB unter derzeitiger Federführung der AWO, mit Vertretern der Kostenträger, dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege sowie dem Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales zu aktuellen Themen und Herausforderungen des Arbeitsfeldes statt.

Bei dem Gespräch konnten seitens des LAB vor allem zwei aktuelle Problemfelder deutlich gemacht und Forderungen platziert werden. Die dringende Notwendigkeit einer gesetzlichen Verankerung der Kurberatungsstellen mit dem Ziel einer gesicherten Finanzierung. Außerdem die notwendige Anpassung der Vergütungssätze an die hohen und mit finanziellen Aufwand verbundenen Qualitätsanforderungen der Gesetzlichen Krankenkassen.

Frau Stamm unterstützte die zur Sprache gebrachten Anliegen des LAB in hohem Maße und bekräftigte dass Sie sich in die Verantwortung genommen sieht und Ihr das Thema Müttergenesung schon immer am Herzen lag. So resultiert aus dem Gespräch ein Schreiben an den Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit der Bitte um bestmögliche Unterstützung dieser Anliegen.
Eltern und Familien sind heute mit ihren vielfältigen Aufgaben in der Familie, im Beruf und im sozialen Umfeld einer zunehmenden Belastung ausgesetzt, die nicht selten in einer Erschöpfungs- und Überlastungssituation mündet. Die Gesunderhaltung von Familien sollte daher mehr denn je im Fokus stehen.

Das Müttergenesungswerk und die darin organisierten Wohlfahrtsverbände erbringen eine hohe Leistung, um die Ressourcen von Familien zu erhalten bzw. wiederherzustellen. So hat das Beratungsangebot der Wohlfahrtsverbände im Müttergenesungswerk (sog. „Kurberatung“) eine wichtige Lotsenfunktion im Vorfeld sowie in der Nachbetreuung. Hier erfolgt auf niedrigschwellige Art und Weise eine Bedarfsklärung mit der Familie, welche Hilfen am sinnvollsten erscheinen. Nur in rund der Hälfte der Fälle mündet die Beratung in einer Mutter/Vater-Kind-Kur, bei der anderen Hälfte kommen andere wohnortnahe Hilfen von der Erziehungsberatung bis zur Schuldnerberatung in Betracht. Leider haben die Beratungsstellen bislang keine gesicherte Finanzierung und keine entsprechende gesetzliche Verankerung.

Die Qualitätsanforderungen an die Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen in der Müttergenesung sind in den vergangenen Jahren im Zuge des einrichtungsübergreifenden und vergleichenden Qualitätssicherungsverfahren der GKV deutlich gestiegen. Gleichzeitig sind die gewährten Tagessätze von insgesamt durchschnittlich 85 bis 90 € in den bayerischen Einrichtungen nach § 111a SGB V zu gering um dieses hohe Anforderungsniveau abzudecken. Da die geforderten Qualitätskriterien sich an denen der somatischen Reha orientieren, müssen auch die im Vergleich deutlich niedrigeren Vergütungssätze denen der somatischen Reha angepasst werden.

Foto: von links: Stefan Wagner (Landes-Caritasverband Bayern e. V.).Sonja Borzel (AWO Bezirksverband OMF e. V.), Evi Bindrim (Paritätische Haus am Kurpark gGmbH), Barbara Stamm (Präsidentin des Bayerischen Landtags a. D. und Schirmfrau des LAB), Elke Hüttenrauch (Evangelische Landesgeschäftsstelle für Müttergenesung in Bayern), Karina Hauck (BRK Kreisverband Haßberge)Stamm (Präsidentin des Bayerischen Landtags a. D. und Schirmfrau des LAB), Elke Hüttenrauch (Evangelische Landesgeschäftsstelle für Müttergenesung in Bayern), Karina Hauck (BRK Kreisverband Haßberge)